Unsere nächsten Veranstaltungen

Liebe Freundinnen und Freunde der literarischen aarau. Wir begeben uns nun in die Sommerpause. Wir danken euch für eure Treue und wünschen euch allen eine gute Sommerzeit – bis bald wieder!
eure literarische aarau

Geschichten von Robert Walser und Berichte aus der Editionswerkstatt der «Kritischen Robert Walser-Ausgabe»

Mittwoch, 15. August 2024 19:30 Uhr
Aargauer Kantonsbibliothek, Aarau 

Robert Walser, 3.4.1928 by Walter Kern © Keystone SDA / Robert Walser-Stiftung Bern

Robert Walser (1878–1956) gilt mittlerweile als einer der bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts und ist nebst seinen drei Romanen und zwölf Text-Sammlungen vor allem für seine originellen Prosastücke, Dramolette und Gedichte bekannt, die in Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt wurden. Erstmals werden nun alle diese Drucke und die überlieferten Manuskripte in einer Gesamtausgabe versammelt, was Einblick in Walsers Werkstatt gewährt, fast so, als dürfe man ihm beim Schreiben über die Schulter blicken: «Ich ließ mich ja auch wieder einmal im Bahnhofbuffet sehen, wo ich einem Glas Bier die Ehre antat, dass ich es zu den Lippen führte, die die Verantwortung für diesen mutigen Essay übernehmen, den ich mit Bleistift skizzierte und jetzt mit Tinte und Feder sauber, in der Hoffnung abschreibe, dass ich ihn gedruckt wiedersähe.»

Wolfram Groddeck ist emeritierter Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich und seit 2004 Initiator und Mitherausgeber der «Kritischen Robert Walser-Ausgabe» (KWA). Fabian Grossenbacher und Angela Thut entziffern an der Universität Zürich die sogenannten Mikrogramme Robert Walsers und sind langjährige Mitarbeiter der KWA. Die Bände der KWA sind in der Aargauer Kantonsbibliothek ausleihbar und über die elektronische Edition frei zugänglich (www.kritische-walser-ausgabe.ch).

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Martin R. Dean liest aus «Tabak und Schokolade» (Buchpremiere)

Mittwoch, 25. September 2024 19:30 Uhr
Aargauer Kantonsbibliothek, Aarau 

© Sonja Maria Schobinger

In Martin R. Deans neuem Roman findet der Erzähler nach dem Tod seiner Mutter ein Album mit Fotos aus seiner Kindheit, die er auf der Karibikinsel Trinidad und Tobago verbrachte. Als junge Frau hatte sich die Tochter von «Stumpenarbeitern» aus dem Aargau in ein Abenteuer mit einem Tunichtgut der westindischen Oberschicht gestürzt. Während die übrige Familie die Zeit der Mutter bei den «Wilden» verdrängt, macht sich der Erzähler auf, diese Geschichte, die auch seine eigene ist, zu retten. «Tabak und Schokolade» führt in den tropischen Dschungel einer britischen Kronkolonie der fünfziger und sechziger Jahre. Der Roman legt nicht nur einen Familienstammbaum, sondern auch ein Stück Kolonialgeschichte frei. Dem gegenüber stehen das Aufwachsen im «Tabakhaus» der Grosseltern im Aargau und die Annäherung an eine Mutter, die zu Lebzeiten unnahbar erschien.

Martin R. Dean wurde 1955 in Menziken, Aargau, als Sohn eines aus Trinidad stammenden Vaters und einer Schweizer Mutter geboren, studierte Germanistik, Ethnologie und Philosophie an der Universität Basel, unterrichtete an der Schule für Gestaltung in Basel und am Gymnasium in Muttenz. Er ist vielfach ausgezeichneter Buchautor. Zu seinen jüngsten Werken gehören «Meine Väter» (Neuausgabe 2023), «Ein Stück Himmel» (2022) und «Warum wir zusammen sind» (2019). Er lebt in Basel.

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